Vogelgrippe H5n1

Geflügelpest H5n1

Im Jahr 2011 waren nur Ägypten, Indonesien, Kambodscha und Bangladesch von der Vogelgrippe beim Menschen betroffen. Die Vogelgrippe wird durch das H5N1-Virus verursacht. Von der Vogelgrippe H5N1 beim Menschen ist die Vogelgrippe eine sogenannte Zoonose. Geflügelpest, H5N1 und Gefahr für den Menschen. Inwiefern kann man sich vor einer Infektion mit dem Vogelgrippevirus (H5N1) schützen?

Stallalarm

Ein Tag nachdem das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) die Vogelgrippe für das erste deutsche Vieh an der Riedel bestätigte, treffen sich heute die zuständigen Krisenteams in Berlin und Dresden. Währenddessen wollen die FLI-Forscher herausfinden, wie das Erbgut in den grössten Geflügelfarm Sachsens gelangt ist. Eine Ausnahmegenehmigung hat die Ansteckung wohl gefördert; der Betrieb musste seine Haustiere trotz der allgemeinen Verpflichtung, sie im Stall zu halten, nicht wegschließen.

Dies macht die Virusübertragung von wilden Vögeln auf die Lebewesen sehr wahrscheinl. Erstmalig wurde der Krankheitserreger H5N1 am vergangenen Wochenende im deutschen Geflügel nachweisbar. Einen Tag nach der Entnahme der ersten Probe im Vergleichslabor an der Ruhr hat das Ministerium für Soziales den Vorgang bestätigt. "Ja, wir haben einen Vogelgrippe des Typs H5N1 in Sachsen", sagte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber am vergangenen Wochenende.

Das befallene Vieh gehoert zu einer Gefluegelfarm in Wermsdorf im saechsischen Mouldentalkreis suedoestlich von Leipzig. Die hochgefährliche Virusvariante "Asien" des Geflügelpest Virus H5N1 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) für die größte Geflügelfarm des Landes noch nicht nachgewiesen. Nach Angaben des amtlichen Tierarztes Ingolf Herold waren bereits am vergangenen Donnerstag rund 700 Exemplare im Truthahnbestand des jetzt befallenen Hofes erkrankt.

Im 1.400 Putenstall hatte sich das Erregervirus innerhalb weniger Tage mit verheerender Geschwindigkeit ausbreitet. Die betroffene Population umfasst 8000 Truthähne, 5000 Vögel und 3000 Hähnchen. In dem ausgedehnten Radius von zehn Kilometer werden von nun an vermehrt Tiere und wilde Vögel gesehen. In Sachsen wurden nach Auskunft des Bundesumweltministeriums seit Anfang Januar 3365 tot aufgefunden.

Das Schlachtvieh, das am Donnerstag geschlachtet wurde, soll vernichtet werden. Es ist noch ungeklärt, wie das Erbgut in die Bevölkerung eingeschleppt wurde. Bisher wurde in Sachsen kein wildlebender Vogel auf H5N1 untersucht. "Selbst wenn wir in Sachsen noch keinen wilden Vogel mit dem H5N1-Virus entdeckt haben, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Vogelgrippe in Sachsen keine Auswirkungen hat", sagt FLI-Sprecherin Elke Reinking.

In der Zwischenzeit sind die niederländischen Wissenschaftler der Meinung, dass die Katze eine bedeutende Funktion bei der Verbreitung des Virus der Vogelgrippe hat. Deshalb sollten die Versuchstiere in bedrohten Gegenden genau betrachtet und möglicherweise gar abgeschottet werden, schreibt die Virusforschergruppe um den Rotterdamer Experte Albert Osterhaus in einem Kommentarband in der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 440, S. 741).

Bisher hatten die Forscher das Erreger in den Exkrementen von Katze entdeckt - allerdings in weitaus geringeren Konzentrationen als bei Voegeln. Beim Verzehr von infiziertem Tierfleisch wurde das Erreger nicht nur in den Luftwegen, sondern auch in den Darmwandungen nachweisbar.

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