Vogelgrippe Epidemie

Geflügelpest Epidemie

Geflügelpest: Weltweite Epidemie verschont Deutschland. Über die soziale Produktion von Epidemien. Mehr als eine halbe Million Hühner, Truthähne und Enten wurden inzwischen zur Bekämpfung der Vogelgrippe in Deutschland getötet. Die Vogelgrippe-Epidemie breitet sich aus. dpa.

oben genannte Pandemien sind die Vogelgrippe und die Schweinegrippe.

Geflügelpest H5N8: Suche nach der Seuchenursache

In der kleinen Halle des Ministeriums der Finanzen hat es Thomas Mettenleiter nicht leicht. Die Problematik: Mettenleiters Ansicht, die auch die amtliche Meinung der Bundesregierung zur seit fast einem halben Jahr wütenden Vogelgrippe vor allem in Norddeutschland ist, wird von der Mehrzahl seiner Hörer nicht mitbekommen. Nicht Wandervögel, sondern Viehzüchter und die Landwirtschaft sind für sie, einschließlich der mit ihnen assoziierten Naturschutzverbände, potentiell für eine Epidemie verantwortlich, die bereits Hunderttausenden von Tieren das Leben kostete.

Das Loeffler-Institut und die deutsche Regierung werfen in einer "kritischen Untersuchung der Ausbreitung der Vogelgrippe in der Geflügelindustrie" vor, alle Hinweise zu vernachlässigen, "dass sich Geflügelfarmen mit dem Vogelgrippevirus H5N8 infizieren, insbesondere durch die Materialströme der Geflügelindustrie". Laut Nabu-Vogelschutz-Experte Lars Lachmann hat das derzeitige Erregervirus " sehr wohl von der Geflügelindustrie in China nach Europa gelangt".

Daher ist es höchste Zeit, nicht nur die Vogelrouten als mögliche Wege zur Ausbreitung von Vogelgrippeviren zu untersuchen, sondern auch die Transportrouten der Fleischwirtschaft. Das Loeffler Institut und das Ministerium für Landwirtschaft stehen im Widerspruch zu dieser von verschiedenen Geflügelzüchterverbänden unterstützten Dissertation. Nichtsdestotrotz sind die H5N8-Fälle hier "vermutlich mit dem Zug der Vögel verbunden, der in Skandinavien und Nordrussland zurzeit durch Reif verstärkt wird".

Nach Angaben der Behoerde ist es nicht die Landwirtschaft, die das Gift nach Deutschland geholt hat. Der Virologe Mettenleiter versucht, sowohl Naturschutzexperten als auch kleine Geflügelzüchter von der gewissenhaften Arbeitsweise seines Institutes zu überzeugen, was auch dadurch unterstützt wird, dass es bereits 450 gemeldete und nachgewiesene Fälle von Infektionen bei wildlebenden Vögeln in ganz Deutschland gibt, aber das hochansteckende Vogelvirus H5N8 nur auf zwei Höfen entdeckt wurde; in Brumby bei Schleswig, wo vorbeugend über dreißigtausend Geflügel umgebracht wurden.

Auf diese Weise wollen der deutsche Agrarminister und der deutsche Agrarminister die deutsche Landwirtschaft vor einer weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe schützen. Generell sind sie der Meinung, dass Geflügelfleisch, insbesondere wilde Vögel, vor der heimischen Landwirtschaft geschützt werden müssen. Verdächtig, die Vogelgrippe nach Deutschland gebracht zu haben, ist unter anderem ein weltweit tätiges Unternehmen der thailändischen Entenzucht in Kiel, das mittlerweile auch in England und den Niederlanden vertreten ist.

Aus diesem Grund wird die Landwirtschaft von öffentlichen Einrichtungen wie dem Friedrich-Loeffler-Institut und den verantwortlichen Bundesministerien stark mitfinanziert. "Wilde Vögel", sagt der Nabu, "sind in Deutschland die Leidtragenden, nicht die Verursacher" der Vogelgrippe und verweist unter anderem auf eine vom "Avian Influenza Science Forum" zusammengestellte Beweiskette. Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich zum Zweck gemacht haben, der "Desinformation der kompetenten Fachbehörde", dem Friedrich-Loeffler-Institut, das dem Bundesministerium für Landwirtschaft berichtet, entgegenzuwirken und "die epidemiologische Lage der Vogelgrippe auf einer wissenschaftlichen Grundlage zu klären".

Hintergründe für die Verbreitung der Vogelgrippe sind "sehr wahrscheinlich der Abtransport infizierten Geflügels". In Deutschland findet keine "wissenschaftlich fundierte, sachliche Ursachenforschung" statt. Zweifellos handelten die Behoerden nicht im Sinne der Bevoelkerung oder des Umweltschutzes, wenn es um die Vogelgrippe ging, sondern im Sinne der Gefluegelindustrie, der Viehhalter.

"Epidemie bei wilden Vögeln", die wiederum Kopfschüttelfrost im Ministerium für Landwirtschaft des Landes Schleswig-Holstein sowie im Loeffler-Institut verursachen. Nabus Argument ähnelt dem eines Alkohols, der das Koks, mit dem er seinen Körper vermischt hat, für seine Leberschrumpfung verantwortlich macht. Thomas Mettenleiter hält auch den Verdacht aufrecht, dass die Landwirtschaft mit ihren weltweiten Transportrouten für Futtermittel und Fleischerzeugnisse für den Fall der Vogelgrippe verantwortlich ist, eine Annahme, "für die es keine Hinweise gibt".

Der Umstand, dass es in keinem großen Viehstall ein Massenaussterben gegeben hat, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die gegenwärtige Vogelgrippewelle nicht durch Massenprodukte übertragen wurde. "Eine Epidemie bei Wildvögeln", sagt Mattenleiter und bezieht sich dabei erneut auf die recht klare Zahl, "nicht in den Ställen".

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