Tabletten gegen Gräserallergie

Pillen gegen Grasallergie

Über die Jahre der Einnahme entwickelt das Immunsystem eine Toleranz gegenüber diesen allergenen Substanzen. Die Präparate unterdrücken die gesamte allergische Reaktion, oft in Form von Tabletten. Auch Frauen, für die es keine andere Therapie gibt, können Kortison in Tablettenform verschreiben. Die Präparate Grazax und Oralair sollen den Körper gegen Gräserpollen immunisieren. Zu beachten ist auch, dass ein positiver Epikutantest gegen bestimmte Pollen nicht beweist, dass Heuschnupfen tatsächlich durch dieses Allergen verursacht wird.

Graspollen sind der häufigste Auslöseimpuls.

Graspollen sind der häufigste Auslöseimpuls. Diese sind dafür mitverantwortlich, dass etwa 1 Mio. Österreicherinnen und Österreicher mit Niesanfällen, laufender oder blockierter Schnauze und Atemnot gegenüberstehen. Eine Allergie ist nicht nur ein Ärgernis, sondern eine schwere Krankheit des Abwehrsystems. Gegenüber der Erkältung verheilt die Rhinitis nicht nur.

Aus diesem Grund wird von der World Health Organization WHOR eine spezielle immuntherapeutische Therapie (Allergieimpfung) empfohlen, die neben der Symptombehandlung mit Cortison und Antihistaminen eine Erfolgsquote von 80% bei Pollenallergie hat. Ein neuartiges Grastablett gegen Heu-Fieber ist seit kurzem verfügbar und könnte helfen. Das neue Mittel ist - als Ersatz für Spritzen und Tröpfchen - für Menschen bestimmt, die an einer Graspollenallergie erkrankt sind.

Die Tabletten sollten hinsichtlich ihrer Wirkung den Injektionsspritzen und -tröpfchen nicht unterlegen sein. Das neue Grastablett löst eine schützende Immunreaktion aus und sorgt für eine immunologische Duldung. Das hat zur Konsequenz: Allergien auf Graspollen treten nicht auf oder sind wenigstens mildert. Der Behandlungsbeginn erfolgt nicht später als acht Monate vor dem Start des Graspollenfluges und dauert drei Jahre.

Einmal am Tag wird die Pille unter die Lunge gegeben, wo sie sich in Sekundenschnelle löst und von der Schleimhaut absorbiert wird. In jeder Kapsel sind 30-mal so viele Gräserpollenallergene enthalten, wie ein Mensch während der gesamten Zeit inhaliert. Im Laufe der Jahre der Nahrungsaufnahme bildet das Abwehrsystem eine Verträglichkeit gegenüber diesen allergenen Substanzen.

Die Einnahme ist für drei Jahre geplant. Der Allergologe erhält so eine sehr schonende, leicht zu handhabende kausale Therapie, und die gezielte immuntherapeutische Behandlung ist für eine größere Anzahl von Patienten als bisher durchführbar. Allergieimpfung in Form von Tabletten wurde in dem bisher grössten jemals durchgeführten Studiengang auf dem Gebiet der speziellen Immunstherapie untersucht.

"Bei den Untersuchungen zur Beurteilung der Effektivität und Unbedenklichkeit der neuen Grastablette wurde sehr genau analysiert, wie viel Impfstoffe - also allergieauslösende Stoffe - dem Patient sicher verabreicht werden können", sagt der Allergieexperte aus Wien, Professor Dr. Christoph F. Emmerichs. "Damit ist die Gras-Tablette ein hochdosiertes und effektives, aber sehr unbedenkliches und gut tolerierbares Zubereitung.

"Erfahrungsgemäß hat etwa die halbe Bevölkerung in den ersten paar Monaten einen kleinen Jucken unter der Lunge bis max. eine weitere halbe Stunden nach der Aufnahme. Manchmal wurde auch die Entstehung von kleinen und harmlosen Blasen an der Unterseite der Lunge festgestellt, aber diese Beschwerden verschwanden nach den ersten Schwangerschaftswochen wieder.

Bislang gab es zwei Immuntherapien: das Allergieerreger regelmässig unter die Augen zu injizieren oder jeden Tag unter die Nase zu laufen. Diese Behandlungsmöglichkeit steht seit Jahresbeginn erstmals als neuartige Wirkstofftablette für Allergiker von Gräserpollen zur Auswahl. Das Gras ist leicht zu handhaben und die Wirksamkeit ist vielversprechend - vor allem, wenn die Therapie rechtzeitig vor der Graspollensaison beginnt.

Für einen Therapiestart ist der Sommer der ideale Zeitpunkt: "Die Blüte muss frühzeitig vor der Blüte einleiten. Der Patient sollte mit der Verabreichung der Gras-Tablette täglich mindestens vier bis vier Monaten vor der zu erwartenden Graspollensaison anfangen. Am besten ist es, wenn die Behandlung zu Anfang der stressfreien Zeit beginnt - jetzt im Herbst", bekräftigt Professor Dr. med. Christoph F. Bernhard K. P. Ebner, Chef der Allergieambulanz am Re-umannplatz.

Noch bis zum kommenden Jahr hat der Organismus genügend Zeit, um sich ausreichend vor den Auslösern der Allergien zu schützen. Spezielle Immuntherapien, auch Hyposensibilisierungen, SITs, Allergieimpfungen oder Desensibilisierungen werden von den Versicherungen mitfinanziert. "Immuntherapeutika sind nur in Deutschland verschreibungspflichtig, das erste Rezept muss von einem Spezialisten (HNO, Lunge, Kinderarzt oder Hautarzt) ausgestellt werden, damit die Krankenkasse die Behandlungskosten erstattet".

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