Stallpflicht bei Vogelgrippe

Obligatorischer Stall für die Vogelgrippe

Der vom Landwirtschaftsministerium vieler Bundesländer vorgeschriebene Stallzwang für Geflügel stellt private Hühner- und Laufentenhalter vor Probleme. Ab Januar gilt die Stallpflicht aufgrund der Voglegrippe. Vogelgrippe: Stabile Anforderung erweitert +++. In unserer Region gilt weiterhin die Stallpflicht für Geflügel. Tierbesitzer sperren ihr Geflügel weg, um es vor dem gefährlichen Erreger der Vogelgrippe zu schützen.

Vogelgrippe: Macht es Sinn, einen Stall zu haben?

Die Vogelgrippe stellt offensichtlich eine Bedrohung für wildlebende Vögel und die Geflügelindustrie dar. Der Bund hat die Verpflichtung erlassen, Hähnchen und anderes Geflügelfleisch wie Laufvögel im Stall zu halten, wenn der begründete Verdacht besteht, dass die Seuche über Zugvögel verbreitet werden könnte. Für viele Geflügelzüchter ist dies jedoch eine offizielle Grausamkeit gegenüber Tieren, da ihre Stallungen viel zu eng sind, um die Kühe permanent unterzubringen.

Vogelgrippe: Ein globales Tierhandelsproblem? Die Vogelgrippe haben wir beim renommierten Vogelkundler Prof. Dr. Peter Berthold nachgefragt. Die Vogelgrippe durch wandernde Vögel ist nach Ansicht des ehemaligen Leiters der Vogelschutzstation Radolfzell am Bodensee denkbar. MEINE SCHÖNE GARTEN: Prof. Dr. Berthold, Sie und einige Ihrer Kolleginnen und Kollegen wie der bekannte Tierarzt Prof. Dr. Josef Reichholf oder Angestellte des NABU (Naturschutzbund Deutschland) bezweifeln, dass Wandervögel das Vogelgrippevirus in Deutschland einführen und in diesem Land Federvieh erregen.

Prof. Dr. Peter Berthold: Wenn es wirklich Wandervögel gewesen wären, die sich in Asien mit dem Erreger infiziert hätten, und wenn sie andere Tiere auf ihrem Flugweg zu uns damit infiziert hätten, wäre das spürbar gewesen. Sie müßte daher - beginnend in Asien - eine Spurensuche von toten Vögeln zu uns bringen, wie im Falle einer Grippeepidemie des Menschen, deren Ausdehnung sich leicht vorhersagen läßt.

MÄIN SCHÖNER GARTEN: Wie erklärt man die abgestorbenen wilden Vögel und die Infektionen in der Zucht? Berthold: Die Ursachen liegen meiner Ansicht nach in der Tierhaltung und dem weltweiten Geflügeltransport sowie der rechtswidrigen Beseitigung von infizierten Tieren bzw. der damit verbundenen Futtermittelproduktion. MEINE SCHÖNE GARTEN: Das müssen Sie genauer ausdrücken.

Berthold: Die Viehzucht und -haltung in Asien hat Dimensionen angenommen, die wir uns in diesem Land nicht einmal erträumt haben. In diesem Fall kommen Erkrankungen, einschließlich der Vogelgrippe, immer wieder allein aufgrund der schieren Quantität und der schlechten Aufzucht vor. Ich persönlich und meine Kolleginnen und Kollegen schätzen, dass sich der Erreger auf diese Weise ausbreitet.

MICH SCHÖNER GARTEN: Sollten solche Ereignisse nicht wenigstens in Asien öffentlich werden? Berthold: Das Dilemma ist, dass das Thema Vogelgrippe in Asien anders gehandhabt wird. Man vermutet auch, dass Wanderarbeitnehmer, deren Existenz in Asien nicht so wichtig ist, durch den Konsum von angestecktem Geflügelfleisch umkommen. "MEINE SCHÖNE GARTEN: Wir können also davon ausgehen, daß das Vogelgrippe-Syndrom in Asien viel weiter verbreitet ist als in unserem Land, aber nicht einmal bemerkt oder studiert wird?

Berthold: Das können Sie annehmen. Viele Schlachtkörper werden auch in Deutschland wahrscheinlich verschwunden sein, weil die Geflügelzüchter bei einem positivem Vogelgrippetest einen totalen ökonomischen Verlust fürchten müssen. MICH SCHÖNER GARTEN: Das heißt letztlich, dass die Möglichkeiten der Infektion aus ökonomischen Erwägungen nur halbwegs untersucht werden? Berthold: Ich und meine Kolleginnen und Kollegen können nicht sagen, dass es wirklich so ist, aber der Argwohn entsteht.

Meiner Meinung nach kann ausgeschlossen werden, dass die Vogelgrippe von Wandervögeln ausbricht. Dies bedeutet, dass er sofort nach der Ansteckung ausbricht und der kranke Vogel nur eine geringe Distanz zurücklegen kann, bis er stirbt - wenn er überhaupt abfliegt. MÄIN SCHÖNER GARTEN: Dann ist die Stallpflicht, die auch für Hobbybesitzer zutrifft, nichts anderes als erzwungene Grausamkeit gegenüber Tieren und sinnlose Aktion?

Berthold: Meiner Meinung nach nützt es nichts. Außerdem sind die Stallungen vieler Privatgeflügelhalter viel zu eng, um ihre Haustiere rund um die Uhr mit gutem Gewissen unterzubringen. Zur Bewältigung des Problems der Vogelgrippe sollte sich in der Tierhaltung und im weltweiten Handel mit Tieren viel verändern.

MICHEL SCHÖNER GARTEN: Vielen Dank für das Interview und die ehrlichen Worten, Prof. Dr. Berthold.

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