Pseudokrupp auf Russisch

Der Pseudokrupp auf Russisch

Die Pseudokrupp Kinder husten oft so schrecklich, dass ihre Eltern an das Schlimmste denken. Informationen unter www.gesundheitsinformation. de; Was ist Pseudo-Krupp?

Die häufigsten Fragen und Antworten zu Tuberkulose. Die Vorlesung mit dem Kinderarzt Dr. Stefan Razeghi erklärt die häufigsten Notfälle in der Kindheit wie Fieberkrämpfe, Pseudokrupp, Asthmaanfälle, etc. Virusinfektionen, Bakterien, allergische Reaktionen, Pseudokrupp: Luftverschmutzung?

Schlagwetter - auch über Tage

Mitte Mai fielen Fruchtbäume im Duisburger Norden, nahe einer Aluminiumschmelze der Leichtmetallgesellschaft, und die Jungtriebe von Fichte und Tanne wurden braun. In der von Arbeitslosen belasteten und über Bildkultivierung und industrielle Ansiedlung beunruhigten Großstadt wollte und konnte niemand diese Fragen bereits 1977 klären, obwohl der Chefarzt des Bethesda-Krankenhauses prophezeite: "Eines Tage werden unsere Söhne und Töchter von uns Verantwortung verlangen.

"Seit gut drei Jahren ist es im Duisburger Norden immer öfter vorgekommen, dass Kindereltern in der Nacht durch "schreckliche Geräusche", durch "Zischen und Pfiff, Gekeuche und Stöhnen, wie wir sie noch immer hören ", aufwachen. In dem kleinen Beet treten die Kleinen, wie die Mutter berichtet, "wie tot", "keuchen und bellten und brachen wie verrückt".

Manch ein Elternteil denkt, dass "das Kinde unter unseren Fingern stirbt" - bis das Ersticken endlich nach der Beatmung durch einen Plastikschlauch bis in die Lungen abklingt, oft erst unter dem Sauerstoff-Zelt im Krankenhaus Essen. "Inzwischen ist der ärztliche Begriff des spitzen Kehlkopfs, Pseudo-Krupp, auch Pseudo-Krupp genannt, in Essen-Borbeck so bekannt wie der von Karl-Heinz Rummenigge oder Pierre Littbarski:

Begonnen hat es damit, dass sich in Mersmanns Praxisnotrufe wegen einer spastischen Asthmaerkrankung ("Kinderasthma") und Pseudo-Krupp seit 1979 zwischen 21.00 und 23.00 Uhr an Freitagsabenden anhäuften. Auf die Anfrage des Arztes beim Stadtgesundheitsamt wurde er auf einen skandalösen Fall aufmerksam: Die Messungen in Borbeck wurden nur wochentags von 9.00 bis 16.00 Uhr durchgeführt.

Die fragwürdigste Messmethode hat er allerdings entdeckt: Auf die Aufforderung von Seiten Mersmanns, ihm zumindest Wetterdaten zur Verfügung zu stellen, weil er mit Informationen über die Häuser kranker Kleinkinder und die entsprechende Windausrichtung die Verantwortlichen für die Luftverschmutzung "transferieren" wollte, wurde er von der Regierung gesperrt:

Als das Bonner Landwirtschaftsministerium 1981 noch den "Tannensterben" verharmloste, erklärte man den Pseudo-Krupp schnell zu einer Pseudokrankheit, einer "harmlosen Kinderkrankheit" (Gabriel) - obwohl es unter Experten unbestritten ist, dass die Krankheit ohne Behandlung zur "plötzlichen totalen Schließung der Atemwege" führt, "die in der Regel zum Tode führt" (Ärzte-Handbuch "Tägliche Praxis", Bd. 15).

Wie schon im vergangenen Jahr behaupteten die Forstbeamten, dass der Forst in ihrem Bezirk äußerst gesund sei, dass isolierte Baumschädigungen ausschliesslich auf "natürliche Ursachen" wie den heissen Sommer oder Pilz- und Rindenkäferbefall zurückgehen, äußerten sich die Mersmann Kollegen umgehend und beharrten darauf, dass der Pseudo-Krupp nur durch kalten Frost, Viren- oder bakteriellen Befall erklärt werden könne.

So wie Bayerns Staatspräsident Franz Josef Strauß Waldschütz im vergangenen Jahr "Panikmache" vorgeworfen hatte, beleidigten auch Politiker in Nordrhein-Westfalen den borbeckischen Arzt: In einer Tagung des Hauptkomitees in Essen, die für die Presse "den beschämenden Anschein eines Schauprozesses" erweckte, wurde Mersmann in seiner Anwesenheit als "möglicherweise rot-grün gefärbter Spinner" (WDR) präsentiert. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Krankheit ist nach Ansicht der Landesregierung in Düsseldorf "theoretisch unmöglich", kann aber nicht nachgewiesen werden So erläuterte die Landesregierung, dass es für eine umfangreiche Forschungsarbeit in Borbeck wohl notwendig sei, "die Aluminiumhütte wahrscheinlicher zu machen".

Bundessozialminister Friedhelm Farthmann erklaerte jedoch zunaechst, man koenne auf solche Ermittlungen vertrauen. In jüngster Zeit haben sich die Verantwortlichen in Düsseldorf den Borbeckers etwas zuvorkommender gezeigt - vor allem wahrscheinlich aufgrund des von der " Elterninitiative Pseudo-Krupp ", die jetzt vom Pfarrer Lothar Lachner mitbegründet wurde. Seine 240 Mitarbeiter nutzen weiterhin die Medien und Partys, um das "Gift für die Kleinen" anzuklagen und die Ruhrpottbevölkerung zu warnen: "Schlechte Luft macht unsere Kleinen krank. 2.

SPD-Chef Peter Reuschenbach rief die Staatsregierung auf, die Zusammenhänge zwischen Luftverunreinigung und Krankheit zu untersuchen, die das Farthmann-Ministerium zunächst ablehnte. In der lokalen Presse hat Reuschenbachs Bundestags-Kollege Otto Reschke "Unzufriedenheit und Unverständnis" über seinen Kameraden Farthmann signalisiert - der endlich nachgegeben hat: Jetzt sollen die Gründe für die Borbeck-Krupp-Fälle von Amtes wegen ermittelt werden.

Mersmann gewinnt nach und nach ein wenig an politischer Rückendeckung für seine Zwecke und kann nicht mehr so leicht in die Lage des Außenstehenden gedrängt werden, doch im gesamten Revier gibt es Berichte über Pseudokrupp-Fälle. Während die Ärzte und Kollegen in Essen 1982 dem Tabubrecher Mersmann vorwarfen, mit "wackeligen Zahlen" zu arbeiten, gab es in Wirklichkeit "keine Krupp-Zunahme", erscheint es seit einiger Zeit unbestreitbar, dass der Trend wahrscheinlich noch weiter anhält.

"Man hat den Anschein, dass es immer mehr wird", bekräftigt Prof. Leonhard Diekmann, Vorsitzender des Verbandes rhein-westfälischer Pädiater, der im vergangenen Jahr dem Schwerpunkt Pseudo-Krupp eine Konferenz zuordnete. "Pseudo-Krupp ", sagt ein Gesundheitsbeamter aus Dortmund, "ist keine anzeigepflichtige Erkrankung. "Borbeck soll unterdessen die Abgase der Aluminiumschmelze reinigen. Dies sollte jedoch in einer Art und Weise erfolgen, die den Eltern von Mersmann als "schlechter Scherz" erscheinen sollte - und die gleichzeitig die Lücke in der Umweltgesetzgebung von Bonn aufzeigt.

Die Staatsregierung konnte eine Umrüstung der Schmelze auf effektive Abgasreinigungsanlagen nach amerikanischer oder skandinavischer Bauart nicht umsetzen - sie schlug "an der mangelnden ökonomischen Rechtfertigung im Sinn des Bundes-Immissionsschutzgesetzes" (Farthmann) fehl. Entgegen der großzügigen Verpflichtung der Stadt Düsseldorf, die Kosten von 112 Mio. DM zur Hälfte zu übernehmen und die Produktion um rund zehn Prozentpunkte auszuweiten, hat das Werk (Farthmann) im Gegenzug die Initiative ergriffen: nicht eine moderne Fabrik zu bauen, die auch den Abgasschwefel filtert, sondern eine weniger aufwändige Reinigungsanlage und einen 180-m-Kamin.

Durch den geplanten riesigen Schornstein werden sich allerdings nicht mehr direkt über dem Borbecker See, sondern, je nach Witterung und Witterung, nur noch über dem Sauerland oder über Skandinavien, wo sowieso Wald und See untergehen. Das " kleinkarierte Kirchturm-Denken " (SPD-MdB Reschke) der NRW-Umweltstratege dürfte bei Niederschlag und Schleier jedoch auf Kosten der Essenser sein: Die Kosten für die Kinder:

Das Baum-, Bienen- und Kindergift Fluor könnte sich dann mit Wassertröpfchen in 180 Metern Tiefe kombinieren und wie üblich auf den Borbecker Boden sinken. "Verdünnung ist keine Lösung für Verschmutzung" - wie der Borbecker Prozess beweist, hat dieses Prinzip der US-Ökologen noch nicht Einzug in die bundesdeutsche Umweltschutzpraxis gehalten: Vielmehr wird die Verbreitung von Schmutz nach wie vor als Allheilmittel für Umweltprobleme zum Nachteil von Mensch und Umwelt angesehen.

Der Sozialminister Prof. Farthmann stellte nach einer Fahrt in das Gebiet, aus dem Mersmanns Horrorberichte nach Düsseldorf gekommen waren, fest: "Der Duisburger Raum ist für die Abluftreinigung aus Landessicht kein Hindernis, das sich nachteilig von anderen urbanen Ballungsräumen abheben würde.

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