Kein Schnarchen mehr

Nicht mehr schnarchen

Für die Patienten ist es meistens die Tatsache, dass der Schlaf nicht mehr erholsam ist. Werden Sie Fan und verpassen Sie keine Episode - "Ten at Ten" auf Facebook! Das normale Schnarchen ist ein Ärgernis, aber keine Krankheit.

Snoring - Wenn Ihr Gesprächspartner aufhört zu atmen - Special

Hat ihr Mann nicht schon mal geraucht? Kann sich Sylvia Günther nicht errinern. Fast jede Abend erwacht Sylvia Günther aus Rainers Schnarchgeräuschen. Ihrem Regenerierer ist keine Störung bekannt. Ungefähr jeder dritte Deutscher Schnarchen, ab 40 Jahren auch jede Sekunde. Das Schnarchen und Ächzen ist kein Gesundheitsrisiko für die Betroffenen selbst, sondern eine Belastung für die Bettpartner.

Sie unterbrechen ihren Schlafrhythmus und machen ihn weniger erholsam. Höchstens am Morgen beschweren sich die beiden selbst über einen Mundtrockenheit, manche auch über Halsschmerzen. Der Lärm hat unterschiedliche Ursachen: Während des Schlafes entspannen sich alle Körpermuskeln - auch die im Munde. Oft ist es der weiche Gaumen, der die Halsgeräusche verursacht, weil er beim Einatmen hin und her schwankt.

Wenn eine zu große Feder in die Kehle schlüpft, wenn sie auf dem Rücken liegt, schaut die Lüfte nach einem Weg daran vorüber. Die Atmung wird kräftiger und lässt das umgebende Muskelgewebe in Mundhöhle und Hals laut vibrieren. Schnarchen ist besonders bei Übergewichtigen verbreitet: Einerseits macht ihr Bauchfett die Atmung schwierig.

Andererseits presst ein doppelter Kinn den hintersten Teil der Lasche in Richtung Hals. Manche Leute schnarchen nicht nur in der Nacht. Sobald die Atemgeräusche im Laufe des Schlafes unregelmäßiger und leiser werden und für wenige Augenblicke aufhören zu atmen, empfehlen Fachleute Vorsicht. "Normalschnarchen kann zum Schlafapnoe-Syndrom führen", sagt der HNO-Arzt Detlef Brehmer, der als Dozent an der Uniw.

"Rainer Günther war einer von ihnen." Im Laufe der Jahre wurde sein Schnarchen immer heftiger, die Laute hallte durch mehrere Mauern. "Das hörte sich an, als wollte er durchatmen, aber er konnte nicht", erzählt Sylvia Günther. Sie erwachte immer häufiger, weil ihr Mann zwischen den Schnarchen für Sekunden aufhörte zu schnarchen.

Nach Jahrzehnten des heftigen Schnarchens wird er nun von einem Lungenarzt untersucht. Schließlich verbringt Rainer Günther die Nacht in einem Schlaflabor. Die Ärzte haben dort seine Respiration sowie seine Herz- und Hirnaktivität im Laufe des Schlafes vermessen. Der Befund macht ihm Angst: Mehr als 1.500 Menschen schnarchen, davon 250 pro Stunde und mehr.

Viel schlechter: In etwa sechs Schlafstunden ist es 157 Mal so oberflächlich, dass nur ein Bruchteil der sonst üblicherweise vorhandenen Sauerstoffmenge in die Lunge eindringt. Diagnosestellung: mittelschweres Schlafapnoe-Syndrom. Bei einem Atemstillstand im Ruhezustand löst das Hirn einen Warnton aus. Eine Prozedur, die nachts dutzende Male wiederholt wird und das Immunsystem ebenso stark geschwächt wie das Herzschlag.

"Mehr als 500 Mal in den sechs Arbeitsstunden holte ihn Rainer Günther aus dem Tiefschlaf. "Ich habe immer meine Müdigkeit dafür verantwortlich gemacht, dass ich weniger geschlafen habe als meine Frau", sagt er. Genau wie die Auslösung von Schnarchen und Schlafapnoe sind die Behandlungsmöglichkeiten mannigfach.

"Mit den Ölen, Tröpfchen und Tabletten ist es nicht gelungen", unterstreicht der Schnarch- und Apnoe-Experte. "Die Schwellung der Nasenschleimhaut wird reduziert und die Lärmbelästigung gelindert", weiss Brehmer. Eine Veränderung im Lebensstil verheißt mehr Erfolge. Rainer Günthers Ärztin hatte ihm auch geraten: Gesunder ernähren, mehr umziehen, am Abend keinen Alkohols.

Dies würde das Schnarchen erleichtern. Für die Apnoen empfiehlt er eine Atemschutzmaske für die Nachtruhe. Das CPAP ( "Continuous Positiv Airway Pressure") hat sich beim Schlafapnoe-Syndrom durchgesetzt. Eine Röhre stellt die Verbindung zwischen der Nasenmaske und einem handtaschengroßen Nachttisch her. Rainer Günther musste als privater Patient nichts bezahlen.

Die gesetzlichen Versicherten müssen dies nicht selbst bezahlen, wenn sie ein Schlafapnoe-Syndrom haben. Günther verwendet die Masken seit eineinhalb Jahren Abend für Abend. Ich will heute nicht mehr darauf verzichten. Nicht mehr. Schnarchen und Atemstillstand gehören mit Rainer Günther der Vergangenheit an.

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