Grippe Pandemie

Pandemie der Grippe

Die Grippepandemie ist daher ein weltweiter Ausbruch der Grippe. Influenza wandert über den Globus. An der Spanischen Grippe starben Millionen von Menschen. Ist der Ursprung vieler Grippefälle in Asien? Fachmann warnt vor neuer Grippepandemie.

Grippepandemie: Kann die Spanien-Grippe wieder ausbrechen?

In diesem Jahr feiert man den hundertsten Jahrestag der verheerendsten Infektionen der Geschichte: die Spanien-Grippe von 1918 Seitdem hat sich unser Gesundheitswesen erheblich erholt.

Einige unglückliche Ereignisse führten zum Tod von geschätzten 50 bis 100 Mio. Menschen während der großen Grippepandemie von 1918. Das Influenzavirus von 1918 stammt laut genetischer Forschung von Tieren und hat sich im Laufe der Zeit so angepasst, dass es sich beim Menschen sehr gut ausbreiten konnte.

Darüber hinaus können gewisse Merkmale des Viruses zu seiner Krankheitserreger, dem Entstehungsmechanismus der Krankheit, beigefügt sein. Schließlich gab es keine Virostatika zur Grippebehandlung und die Infektion ging oft mit einer Bakterienpneumonie einher, die mangels effektiver Mittel oft zum Tode führte. Selbst unsere Impfungen wären heute vermutlich ohnmächtig gegen ein solches Krankheitsbild von 1918 gewesen.

Wir müssen daher 100 Jahre nach der zerstörerischen Pandemie unser Vorgehen bei der Influenza-Impfung überprüfen, damit sich eine solche Weltkatastrophe nicht wiederholen kann. Obwohl es heute zwar Impfungen, antivirale Mittel und Medikamente gegen sekundäre Infektionen gibt, kommen allein in Deutschland bis zu 22.000 Menschen bei den jährlich auftretenden Erregern um. Grippeviren akkumulieren regelmässig Veränderungen, zum Beispiel in den Erbanlagen von Oberflächenproteinen oder solchen, die für die Rekombination mit anderen Grippeviren von Bedeutung sind.

Ändert sich das Erbgut durch diese Veränderungen nur geringfügig, wird es als Antigen-Drift bezeichnet. Als Gegenmaßnahme werden für beide Erdhalbkugeln neue Saisonimpfstoffe auf der Grundlage der dort vorkommenden Krankheitserreger regelmässig aufgesetzt. Aber auch ständig adaptierte Impfungen sind nur zu 40 bis 60 Prozent gegen die in der kommenden Jahreszeit vorkommenden Erreger wirksam.

Weicht das neue Erreger nun deutlich von den bisher im Verkehr befindliche saisonale Erreger ab, kann der derzeitige Schutzimpfstoff den Ausbruch einer Pandemie, wenn überhaupt, nicht verhindern. Die Ursache dafür ist in der Regel eine so genannte Antigenverschiebung, bei der das Erbgut ein oder mehrere ganz neue Genen, in der Regel von Grippeviren bei Tieren, erhält.

Das geschah 1918, als alle acht Virengene neu waren. Ab 1918 gab es drei weitere Influenzapandemien, die mit einer Antigenverlagerung verbunden waren: 1957, 1968 und 2008 In diesen FÃ?llen wurden die neuen Erreger jedoch durch Vermischen und Umordnen der Erbsubstanz tierischer Influenza mit dem Genom der bereits beim Menschen verbreiteten Erreger erzeugt.

Es könnte mehrere Ursachen dafür geben, dass diese drei Wogen weniger heftig waren als die von 1918, sei es die reduzierte Krankheitsanfälligkeit der Erreger, die teilweise Befreiung der Population, die Verbesserung der Gesundheitsinfrastruktur oder die Behandlungsoptionen. Die Impfungen hatten keine signifikanten Auswirkungen, da ein wirksamer Impfstoff erst lange nach der Pandemiespitze verfügbar war.

Die drei letzten Grippeepidemien machen deutlich, dass wir auch heute noch nicht immun sind und dass die derzeitigen Saisonimpfstoffe keinen genügenden wirksamen Impfstoff gegen eine extrem hohe Krankheitswelle bereitstellen. Daher müssen wir uns mit potenziellen "präpandemischen" Grippeviren auseinandersetzen.

Nach wie vor ist nicht klar, wie hoch das Anpassungsrisiko an den Menschen und damit die Gefahr einer Pandemie ist - aber Vorsicht ist vonnöten. Daher wurden bereits prä-pandemische Vakzine gegen die verschiedenen H5N1- und H7N9-Virusstämme hergestellt und gelagert. Allerdings sind auch diese Linien in ihren Gasttieren einer Antigen-Drift ausgesetzt, ähnlich wie die saisonale Grippe.

Die erstaunliche Eigenschaft von Grippeviren, der menschlichen Immunreaktion durch Abdriften oder Verschieben zu entkommen, macht uns verwundbar für eine ähnliche Naturkatastrophe wie die Spanische Grippe im Jahr 1918.

Diese sollen nicht nur vor den wechselnden saisonbedingten Influenzaviren, sondern auch vor dem unvermeidlichen Wiederauftreten von Pandemieviren schützen. Mit den aktuellen Grippeimpfstoffen wird eine Immunreaktion ausgelöst, die vor allem gegen die viralen OberflÃ?chenproteine, die HÃ?magglutinine, gerichtet ist. Aber auch der Impfling ist weiterhin empfänglich für Virenangriffe mit anderen Hemagglutininen, gegen die er nicht nur impfen oder mit denen er sich noch nicht erkrankt ist.

Trotz der immer noch großen Hindernisse bei der Impfstoffentwicklung sind wir zuversichtlich, dass wir mit den vorhandenen Instrumenten und Chancen zulegen werden.

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