Dyspnoe Herzinsuffizienz

Atemnot Herzinsuffizienz

Hello Forum, wir haben einen Notfallpatienten auf der Intensivstation wegen zunehmender Dyspnoe. Herzrhythmusstörungen können aus dem EKG entfernt werden. Dyspnoe, die auch der Klassifizierung der NYHA-Stadien zugrunde liegt, ist das Hauptsymptom der Herzinsuffizienz. Prävalenz der Herzinsuffizienz bei COPD-Patienten. Bei Patienten mit akuter Dyspnoe und Verdacht auf akute Herzinsuffizienz.

Begriffsbestimmung der Dyspnoe

Dyspnoe, sowohl akute als auch chronische, ist ein weit verbreitetes Problem bei der Senioren. Die Symptome können aber auch auf einer ganz anderen, extrapulmonalen Krankheit beruhen. Es ist daher wichtig, die Begleiterkrankungen bei alten Menschen genau zu dokumentieren und die alternden physiologischen Änderungen zu erkennen. In der Klassifikation der akuten respiratorischen Belastung ist zu berücksichtigen, dass die Symptome im hohen Lebensalter oft untypisch sein können und eine Verschlimmerung durch Begleiterkrankungen möglich ist.

Bei der Unterscheidung von Dyspnoe gibt es oft Schwierigkeiten, da die Informationen teilweise nicht ohne Verwandte gesammelt werden können und der Betroffene selbst oft dazu tendiert, seine Leiden zu minimieren. Dann können die Symptome weniger beeindruckend sein, aber die Lage für den Betroffenen ist trotzdem lebensgefährlich. Eine Atemstörung ist eine schwierige Atmungsaktivität, die mit einer subjektiven Kurzatmigkeit verbunden ist[1].

Eine bereits bestehende Herzinsuffizienz erschwert oft die richtige Diagnose[4]. Bei etwa 20-30% der Betroffenen liegt eine Herzinsuffizienz vor, die oft nicht oder zu spät erkannt und daher nicht ausreichend behandelt wird. Deshalb ist es notwendig, die wichtige Differentialdiagnose der Herzinsuffizienz bei chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen zu berücksichtigen[5].

Obwohl COPD ein Gefahrenfaktor für die kardiovaskuläre Co-Morbidität ist[6], wird die Herzdekompensation bei etwa 10 - 20% der Patientinnen und Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen nicht richtig erkannt[7]. Atemnotsymptome als akutes Symptom sind ebenfalls ein wichtiges Indiz für die Sterblichkeit von älteren Menschen.

Die zweijährige Mortalität in der Altersgruppe der über 70-Jährigen mit Dyspnoe war damit etwa 7 Prozent größer als in der symptomfreien Altersgruppe, die zehnjährige Mortalität gar um etwa 16 Prozent[8]. Jüngste Dyspnoe bei älteren Menschen kann auch ein Zeichen für Schwäche sein. Es kann also darüber gesprochen werden, ob Dyspnoe - die unbestimmte Atembeschwerden - als unabhängiges Alterssyndrom angesehen werden kann[10].

Akute Atemnot wird dadurch verursacht, dass die Atmungsarbeit gesteigert und der Durchflusswiderstand in den Luftwegen zunimmt. Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Dyspnoe, sei es in der Ruhephase, beim Sport oder im sitzenden, stehenden oder liegenden Zustand (Orthopnoe). Dyspnoe lässt sich auch über die Zeit beurteilen.

Akut auftretende Dyspnoe kann z.B. bei Lungenembolien, akutem Lungenödem, Absaugung, Pneumothorax oder einem asthmatischen Anfall sein. Bei Lungenentzündung, Vergiftung oder Herzinsuffizienz kann eine subjektive Dyspnoe auftauchen. Dyspnoe dagegen tritt meist bei chronisch obstruktiver Lungenentzündung, kompensierter Herzinsuffizienz, Emphysem, pulmonaler Fibrose, chronischer Blutarmut oder erheblicher Adipositas auf.

Darüber hinaus kann Dyspnoe lungen- und extrapulmonal bedingt sein. Atemnot ist das Gefühl einer erhöhten Atemproduktion. Sauerstoffmangel ist keine Grundvoraussetzung für Dyspnoe, und Hypoxiepatienten müssen nicht immer ein Dyspnoegefühl haben. Die Empfindung der Dyspnoe wird durch eine Vielzahl von physiologischen, psychologischen und ökologischen Faktoren und Wechselwirkungen beeinflußt.

Im Falle einer ungeklärten Dyspnoe sind sowohl anatomische Untersuchungen als auch Untersuchungen von ausschlaggebender Wichtigkeit. Eine Unterscheidung zwischen Herz- und Lungenatmung ist entscheidend. Bei einem negativen Verlauf kann eine kardiologische Dyspnoe ausgeschlossen werden. Das BNP ( "Brain Natriuretric Peptide") ist empfindlich und für Herzinsuffizienz spezifisch[14] und steht im Zusammenhang mit dem Ausmass.

In Verbindung mit der Diagnose von Dyspnoe haben auch laborbestimmte D-Dimere eine hohe negative Vorhersagekraft[16] und werden daher regelmäßig in der Lungenembolie-Diagnostik verwendet. NT proBNP als natürliches Protein wird bei der aktiven Herzdekompensation ausgeschieden und hat daher eine hohe Bedeutung für die Entstehung einer Herzinsuffizienz als Grund für eine aktive Dyspnoe[17].

Mit der BNP- oder NT-proBNP-Bestimmung kann zwischen kardialen und nicht-kardialen Atemnotsituationen unterschieden werden[18]. Bei einem BNP-Wert < 100 pg/ml oder NT-proBNP-Wert < 400 pg/ml kann die Herzursache von Atembeschwerden mit großer Diagnosesicherheit ausgeschaltet werden (siehe Abb. 2)[17, 19]. So können im Kontext der Elektrokardiographie Vitia als Ursachen identifiziert und auch lokale Bewegungsstörungen, wie sie bei einem Herzinfarkt entstehen, nachgewiesen werden.

Allerdings können bei einer akuten pulmonalen Embolie oder pulmonaler arterieller Bluthochdruck auch klare Anzeichen einer Rechtsherzerkrankung nachgewiesen werden.

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