Copd Verlauf Endstadium

Copd-Kurs Schlussphase

Auch bei Patienten mit fortgeschrittener COPD kann der Krankheitsverlauf deutlich verbessert werden. Aber COPD hat andere Ursachen - und auch einen anderen Verlauf. Dies führt zu Hypoxämie und im weiteren Verlauf zu Re-. In der Endphase kommt es zu einer dauerhaften Atemnot mit lebensbedrohlichen Folgen.

Professor Dr. med. Ewig über die Patientenverfügungen in der F.A.Z.

Eine 78-jährige Patientin wird ins Krankenhaus eingeliefert, die Diagnosestellung lautet: Akutverschlimmerung einer schwerwiegenden chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD). In der Endphase der COPD kommt es häufig zu akuten Ausbrüchen. Die Patientin ist aufgewacht, reagiert, kann aber trotz Sauerstoffzufuhr nicht unter Druck arbeiten. Darin schloss er eine Verlängerung des Lebens durch Geräte, vor allem auch durch Beatmungen oder andere intensive medizinische Massnahmen, aus.

Es gibt eine Sache, die diesen Menschen von anderen unterscheidet: Der ist selbst Ärztin. Die Ehefrau steht zu ihm und steht hinter seinem Testament. Dementsprechend wird der Entscheidungsinhalt an einer einheitlichen Position in der Patientenakte vermerkt, so dass jeder behandelnde Arzt die Anweisungen des Kranken auch ohne detaillierte Kenntnisse des Kranken einhalten kann. Nach zwei Tagen verschlimmert sich der Gesundheitszustand des Kranken.

Die Folge ist eine mentale Abschwächung durch den steigenden Kohlendioxidgehalt im Blüt. Inwieweit in einer solchen Situation eine kostenlose und sachkundige Entscheidungsfindung noch ohne Einschränkungen möglich ist, halte ich für fragwürdig. Während des abendlichen Besuchs wird mir der Pflegebedürftige in dem beschriebenen Zustand vorgebracht. Nicht-invasive Beatmungen scheinen zwingend geboten. Wir lassen es den Kranken wissen.

Anders als bei der Invasivbeatmung ist bei der nicht-invasiven Belüftung keine intubative Behandlung von Nöten. Nichtinvasives Beatmen wird mit einer Atemschutzmaske oder einem Schutzhelm durchgeführt. Wäre dies bei der Entscheidung des Patienten nicht auszuschließen gewesen, wäre auch eine Invasivbeatmung möglich, die jedoch zu Schwierigkeiten und letztendlich zu einer permanenten Invasivbeatmung zu Hause führt.

Während des Gesprächs stellte sich raus, dass der Betroffene die nicht-invasive Beatmungsform überhaupt nicht kannte. Bei Problemen ergeben sich die Konsequenzen für den Betroffenen. "Heißt der Eintritt der nicht-invasiven Ventilation, dass ich davon abhängt?" Verlasse ich sie wieder? Die nicht-invasive Beatmung lässt sich zu jeder Zeit unterbrechen und auch bei einer stationären Behandlung und einem komplizierten Verlauf gibt es immer die Chance, auf weitere therapeutische Massnahmen zu verzichten.

Und ich möchte den Kranken darauf hinweisen, dass ohne eine neue Versammlung seinerseits am nächsten Abend sein Rücktritt in Gestalt des Testaments eintritt. Es überlebt die ganze Nacht, auch ohne eine ärztlich klar angedeutete nicht-invasive Ventilation, in einem schlechten, aber stabilen Zustande. Aber jetzt will der Kranke eine nicht-invasive Ventilation.

Nicht-invasive Ventilation kann ab dem 7. Tag auf die Nachtzeit begrenzt werden. Die Beweglichkeit, wenn auch gering, ist wieder hergestellt, mit etwas Unterstützung kann der Pflegebedürftige alleine auf die Toilette gehen und mit dem Geher einen halbwegs auf und ab gehen. Auch danach erteilt der Betroffene kein neues Testament.

Man merkt, dass er sehr an seinem eigenen Schicksal festhält und große Angst vor dem drohenden Verlauf seiner Krankheit hat. Zum einen wurde der Testamentantrag des Betroffenen vorbehaltlos gemäß der derzeitigen Rechtslage angenommen. Die Patientin war jedoch nicht ausreichend aufgeklärt. Der im Patientenverfügungen festgelegte Entscheid wurde ohne Wissen der wesentlichen Verbindungen des Krankheitsverlaufs, der Therapie- und Palliativmedizinmöglichkeiten sowie der Therapieunterbrechung zu jeder Zeit getroffen.

Das erscheint mir um so Besorgnis erregender, als die Rechtslage in solchen Situationen nicht einmal eine Pflicht zur Beratung vorgibt. Selbst als gelernter Mediziner war dieser nicht in der Lage, seine persönliche Lage ärztlich richtig einzuschätzen. Zum Zweiten: Meiner Meinung nach konnte der Wunsch des Betroffenen zum Zeitpunkt der Erstindikation für die nicht-invasive Beatmung nicht mehr klar festgestellt werden.

Vielmehr musste der vermutete Willen, der sich aus dem Geiste des lebendigen Willens ergibt, als Grundlage für eine medikamentöse Therapie herangezogen werden. Die Patientin selbst war unentschlossen und verunsichert. Aus medizinischer Sicht wäre die unmittelbare Einführung einer nicht-invasiven Ventilation in dieser Lage einleuchtend. Die weitere Entwicklung beweist jedoch, dass die medikamentöse Therapie richtig gewesen wäre.

Natürlich hätten wir uns täuschen können, aber das hätte aus unserer Perspektive keine große Mehrbelastung für den Betroffenen bedeuten können. Zum Dritten erscheint mir der Patient in solchen Situationen nur als ein bedingter Verfahrensakt als Reaktion auf eine sehr spezifische Person.

Deshalb stelle ich mir die Fragen, ob eine Rechtsvorschrift, die den Patientenwillen als gegebene Tatsache verabsolutiert, nicht alle Anstrengungen untergräbt oder gar den tatsächlichen Wunsch des Kranken, seine Krankheit zu erforschen, zu begreifen und zu raten, delegiert. Außerdem stelle ich mir die Fragen, ob eine solche Regelung nicht die bisher als selbstverständlich angesehene moralische Verantwortlichkeit des behandelnden Arztes für die sachkundige Entscheidungsfindung des Kranken beseitigen würde, so dass er letztendlich nur der Vollstrecker von zweifelhaften Beschlüssen wird, die er nicht mehr moralisch unterstützen könnte.

Ein Testament sollte nicht als ein Schriftstück betrachtet und bearbeitet werden, das ein persönliches Beratungsgespräch zwischen Patienten und Ärzten überflüssig macht, sondern nur als Grundlage für eine eventuell wiederkehrende Untersuchung des Willens des Patienten in der jeweils sehr realen ärztlichen Lage diente. Fünftens: Der Kranke hatte offenbar große Schwierigkeiten, mit der Idee seines Leidens und Sterbens zurechtzukommen.

Die Behandlungsmöglichkeit auf der intensivmedizinischen Station und die permanente künstliche Atmung schienen ihn stark zu beanspruchen. Dann hat nur der behandelnde Arzt Gelegenheit, mit dem Betroffenen über Leid und Sterben zu sprechen. Im Großen und Ganzen macht der Sachverhalt deutlich, wie schwer es für PatientInnen und ÄrztInnen sein kann, sich angesichts der strukturellen Einschränkungen im Klinikalltag und der rechtlichen Unklarheiten zu einigen.

Dabei wird die Willensentstehung des Betroffenen nicht nur erschwert, sie kann unter bestimmten Voraussetzungen auch völlig ausbleiben.

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