Campylobacter Infektion

Campiobacterinfektion

Die Campylobacter sind Bakterien, die einen infektiösen Durchfall verursachen. Bakterielle Infektionen der Gattung Campylobacter sind weltweit verbreitet. Bei den bakteriellen Erregern der Gattung Campylobacter (C.) handelt es sich um gramnegative Stäbchen in Spiral- oder S-Form. In Deutschland ist Campylobacter heute der häufigste Erreger einer bakteriellen Magen-Darm-Infektion - wie in der Europäischen Union insgesamt - schon vor Salmonellen.

Für viele Menschen ist die Campylobacter-Infektion nur gering.

Huhn: Hauptverursacher von Campylobacter-Infektionen - Nahrungsmedizin

Campylobacter ist die am häufigsten auftretende Bakterienkrankheit in der Bundesrepublik und allein im Jahr 2016 gab es über 70.000 Meldungen. Der Hauptgrund für eine Campylobacter-Infektion ist jetzt: Hähnchenfleisch. Das ist Campylobacter-Entzündung? Campylobacter ist eine Entzündung des Darms, die durch eine Infektion mit dem Bazillus Campylobacter hervorgerufen wird; die wichtigsten bekannten Quellen dieser Keime sind diverse Nahrungsmittel tierischer Herkunft.

Campylobacter Darmentzündung wird normalerweise mit einem Antibiotikum bekämpft und ist bei sonst gesunder Gesundheit nicht schädlich. Campylobacter-Infektion kann ebenfalls zu schweren, hartnäckigen Folgekomplikationen führen, wie z. B. reaktiver Arthrose, Reizkolon und schweren neurologischen Problemen (Guillain-Barré-Syndrom). Nach den Vermutungen der RKI-Epidemiologen bilden die jährlich über 70000 berichteten Infektionskrankheiten nur die Eisbergspitze - realistischerweise schätzt man, dass die tatsächliche Infektionsrate von Campylobacter etwa das Zehnfache beträgt.

Bei Campylobacter wurde im vergangenen Jahr der höchste Wert seit 2001 verzeichnet - kein gutes Beispiel für die Nahrungsmittelhygiene, da Campylobacter in der Regel über verunreinigte Nahrungsmittel eingenommen wird. Anders als bei anderen anzeigepflichtigen gastrointestinalen Bakterieninfektionen (insbesondere Salmonellose) ist hier ein starker Anstieg der Campylobacter-Infektionen zu verzeichnen (Inzidenzanstieg).

Darüber hinaus wurden die Konsumgewohnheiten von über 2.000 Campylobacter enteritis-Patienten evaluiert sowie Angaben zu den Themen Hygiene in der Küche, Umgang mit dem Tier, Freizeitgestaltung, berufliche Belastung durch Fleischprodukte und Einsatz von protonenpumpenhemmenden Mitteln (PPI) erhoben. Etwa 4.000 Menschen ohne Campylobacter-Infektion fungierten als eine Art epidemiologischem Vergleich.

Außerdem wurden die Isolierteile von Patientinnen und Patienten mit Isolierten aus tierischer Herkunft abgeglichen (sog. Quellenzuordnungsanalyse) - damit kann abgeklärt werden, ob ein Bezug zwischen Tiernahrung und Infektion beim Menschen überhaupt mikrobiell nachweisbar ist. Die Hauptursache für die Infektion mit Campylobacter-Bakterien in der Bundesrepublik sind ( "in abnehmender Reihenfolge"): die simultane heimische Herstellung von Rohfleisch mit anderen, nicht erwärmten Nahrungsmitteln.

Dieses Verhalten führte zu einem Anstieg des Risikos um 30-60 %; da die vier erwähnten Risiken in der Bundesrepublik sehr verbreitet sind, ist die Mehrheit der Campylobacter-Infektionen auf diese Ursachen zurückzuführen. Für den Konsum von Geflügelfleisch allein haben die Kolleginnen und Kollegen um die RKI einen so genannte "population-attributeal proportion (PAR)" von 31% ermittelt.

Damit ist Huhn für 31% aller Campylobacter-Infektionen mitverantwortlich. Bei den anderen Gefährdungsfaktoren lag die Quote bei 30% ("Essen im Freien"), 14% ("Zubereitung von verpacktem Geflügelfleisch im Haushalt") und 12% ("gleichzeitige Verarbeitung von Rohfleisch mit anderen unbeheizten Nahrungsmitteln im Haushalt"). Die Aufnahme von Protonenpumpenhemmer ist auch für etwa 10 % aller Campylobacter-Infektionen mitverantwortlich.

Das alles ist nicht grundlegend anders, denn verseuchtes Geflügelfleisch ist seit jeher als Campylobacter-Quelle bekannt. Etwa 60% (!) aller Masthühner (Hautprobenkörper) sind in der Bundesrepublik verseucht mit Campylobacter-Bakterien (BfR 2010) - Bakterienbefall ist die Norm und nicht die einzige Ausnahme. Neben dem klaren Infektionstrend überrascht aber auch der sehr große Prozentsatz an Campylobacter-Infektionen im Huhn.

Eine gute Küche-Hygiene, die Vermeidung von "verdächtigen" Nicht-Hausgeflügelgerichten und eine strikte Indikation für Protonenpumpenhemmer - auch aus anderen wichtigen Beweggründen - bietet natürlich Sicherheit. Übrigens: 2018 oder 2019 sollen EU-weit Campylobacter-Grenzwerte für Geflügelschlachtkörper festgelegt werden - und zwar durch Maßnahmen der industriellen Desinfektion (sog. chem ische-Dekontamination, Schlagwort "Chlorhuhn"). In der Gesamtzahl erklärten 80% der Teilnehmer, sie hätten in der vergangenen Handelswoche wenigstens einmal Huhn gegessen, und der Pro-Kopf-Verbrauch ist seit 2001 um 14% gestiegen.

Nicht Campylobacter's Antibiotikaresistenz (davon anderswo), sondern die Verbraucherresistenz gegen alle Lebensmittelskandale und TV-Beiträge zur untragbaren Großtierhaltung in der Geflügelhaltung in Deutschland. Biologisches Hühnerfleisch kann das Gewissen über die Haltung beruhigen, aber das verändert nicht die Häufigkeit der Kontamination mit Campylobacter.

Tatsächlich ist Campylobacter in der Regel öfter als in der Tierhaltung anzutreffen (Rosenquist u. a. 2013). Das sollte aber keinesfalls ein Anlass sein, abweichende Lebensmittel wie "Deutsches Brathuhn, fertig zum Braten, 2 EUR/kg" zu kaufen.

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