Asthma Bronchiale bei Kindern

Bronchialasthma bei Kindern

Deshalb sollten diese beiden Diagnosen auseinander gehalten werden. Etwa zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden wie er an chronischen Bronchialentzündungen, deren Ursache letztlich nicht geklärt ist. Das Asthma bronchiale ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Zur Unterstützung der. In einer Studie aus Schweden zeigte sich, dass die Inzidenz von Asthma bronchiale und Allergien bei Kindern in anthroposophischen Schulen geringer war als bei vergleichbaren Kindern in staatlichen Schulen.

Bronchialasthma bei Kindern und Heranwachsenden

Diese Richtlinie soll die Behandlung von Kindern und Heranwachsenden mit Asthma bronchiale normalisieren und allen Betreuern helfen. Das Asthma bronchiale ist eine der am weitesten verbreiteten Krankheiten bei Kindern und Heranwachsenden. Zur Standardisierung der Asthma-Behandlung wurden mehrere international und national gültige Richtlinien entwickelt. Die internationalen Leitlinien haben oft den entscheidenden Vorteil, dass sie die örtlichen Bedingungen in der Asthmaversorgung, die örtliche Versorgung mit Arzneimitteln und nichtmedikamentösen Massnahmen, die persönlichen Belange der Erkrankten und ihrer Angehörigen sowie die Verschiedenartigkeit der Asthmakrankheit nicht berücksichtigen.

Der Arbeitsausschuss "Pneumologie und Allergologie" der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (ÖGKJ) und der Arbeitsausschuss "Pädiatrische Lungen- und Allergologie" der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie (ÖGP) entwickelten und veröffentlichten 1999 Konsensempfehlungen für die medikamentöse Therapie von Bronchialasthma bei Kindern und Jugendlichen sowie einen Nachtrag zu diesen im Jahr 2003. Inzwischen haben sich einige Punkte des Asthmamanagements geändert, so dass es erforderlich ist, diese Empfehlung zu überarbeiten.

In der Revision hat die Gruppe der Autoren entschieden, die "Konsensempfehlungen" durch eine "Richtlinie" zu ersetzt. Richtlinien sind "systematisch erarbeitete Beschreibungen und Handlungsempfehlungen mit dem Ziel, Ärzten und Patientinnen und Patienten dabei zu helfen, geeignete Massnahmen der Gesundheitsversorgung (Prävention, Diagnose, Behandlung und Nachsorge) unter bestimmten ärztlichen Bedingungen zu treffen". Zum ersten Mal wurden auch die Evidenzstufen in diese Richtlinie einbezogen (Tabelle 1).

Die Verknüpfung von Nachweisen und praktischen Ratschlägen soll die Akzeptanz dieses Leitfadens für Haus- und Sekundärärzte verbessern. Einen weiteren Fokus dieses Leitfadens bildet das konzeptionelle Vorgehen zur Steuerung der Therapien nach Symptomkontrolle und Patientenorientierung sowie die Integration von Asthma-Trainingsmaßnahmen. Nachdem dieselbe Gruppe von Autoren 2006 eine Handlungsempfehlung zur Heilung von rezidivierender obstruktiver Bronchitis und Asthma bronchiale im Kindergartenalter herausgegeben hat, ist diese Richtlinie auf die Altersgruppe der fünfjährigen und jungen Menschen beschränk.

Asthma des Babys kann sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen zeigen, die sich in ihrer Ursache, in ihrer Reaktion auf die Medikation und in ihrer Vorhersage stark unterscheiden. Für die Asthma-Diagnostik gibt es keinen spezifischen Testverfahren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein bestimmter Asthma-Phänotyp mittels einer präzisen Analyse charakterisiert und diagnostiziert werden kann, um Beschwerden und Risikofelder mit Verdacht auf Asthma sowie Hinweise auf eine reversible Obstruktion der Atemwege und durch Aufzeichnung von Atemwegsentzündungen oder bronchialer Hyperreaktivität zu bestimmen.

Wenn ein Kind mit Asthma bronchiale vermutet wird, sollten die folgenden Punkte geklärt werden: Gibt es eine Familiengeschichte (Verwandte ersten Ranges, d.h. Familienmitglieder oder Geschwister) von Allergien und/oder Asthma bronchiale? Die positiven Reaktionen auf diese Frage steigern die Chance, Asthma zu diagnostizieren. Häufig kann bei der ersten Präsentation nur der Asthmaverdacht geäußert werden.

Dies sollte daher bei jeder Bronchialasthma-Untersuchung und jeder Nachuntersuchung erfolgen. ArzneimitteltherapieWenn Asthma bei einer ersten Präsentation diagnostiziert wird, ist eine Einstufung in verschiedene Stufen als Leitfaden für die Wahl der Behandlung hilfreich> Tabelle 2 (pdf). Im Falle eines seltenen Episodenasthmas ist bei entsprechender Notwendigkeit eine Beta-II-Mimetik-Therapie ausreichend (Evidenzstufe 1a).

Im Falle von oft episodischem Asthma oder persistierendem Asthma wird bei Bedarf eine entzündungshemmende Behandlung mit dem Beta-II-Mimetikum eingeleitet> (Abb. 2 pdf). Eine entzündungshemmende Behandlung kann in erster Linie mit einem niedrig dosierten Corticosteroid oder einem Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten inhaliert werden. Je stärker der Bronchodilatator-Verbrauch, desto besser die Verbesserung der Lungenfunktionen nach dem Bronchodilatator, desto stärker das Fe-NO und desto geringer die Lungenfunktionen (Evidenzstufe 1b).

In den Nachuntersuchungen wird die Behandlung nach dem Asthmakontrollgrad ausgewählt > Tabelle 3 (pdf). Ohne Asthmasymptome in den vergangenen drei Lebensmonaten und bei normalem Lungenversagen (kontrolliertes Asthma) ist eine Behandlung mit einem Beta-II-Mimetikum ausreichend oder es wird eine Step-down-Therapie angeraten, wenn in den vergangenen Lebensmonaten eine entzündungshemmende Behandlung war.

Führt die Asthmabekämpfung nur zu partiellem oder unkontrolliertem Asthma, wird im Zuge einer Step-up-Therapie eine entzündungshemmende Behandlung eingeleitet oder ausgeweitet. Bild 2 verdeutlicht das weitere Verfahren und die empfohlenen Asthma-Therapien entsprechend der Asthmakontrollstufen. In den meisten Faellen wird es auch erforderlich sein, den Betroffenen und moeglicherweise seine Familienmitglieder in ein Asthma-Trainingsprogramm einzubeziehen.

Insbesondere wenn Asthma nicht angemessen bekämpft wird, muss neben der Step-up-Therapie auch das nicht-medikamentöse Verhalten verbessert werden. Ein strukturiertes Patiententraining für Kinder und Jugendliche ist in Ã-sterreich gut durchdacht. Dieses Training ist als Asthma-Grundschulung von 3x90 min in ganz Ã-sterreich oder als Asthma-Verhaltenstraining von 10x90 min erhÃ?ltlich.

Der Einsatz von Asthma-Verhaltenstraining soll vor allem bei schwerwiegenden Formen von Asthma, aber auch bei Angehörigen mit Compliance-Problemen, bei Anzeichen ausgeprägter psychosozialer Stresssituationen oder bei erhöhter Angst erfolgen und wird in mehreren österreichischen Einrichtungen durchgeführt. Wenn sich der klinisch begründete Hinweis auf eine unmittelbare Typallergie durch den Test und bei Unsicherheit durch einen Provoziertest (z.B. Nasentest Hausstaubmilbenprovokation) bestätigen lässt, kann eine unter die Haut gehende gezielte immuntherapeutische Behandlung zu einer Verringerung der Symptome, einer Verringerung der Bronchialreaktivität und einer Verringerung der Medikation nachweisbar sein.

Bei Kindern und Heranwachsenden ist die subkutane Therapie im Vergleich zur Sublingualimmuntherapie ein klarer Pluspunkt (Evidenzstufe 1a). In manchen Fällen ist es auch erforderlich und nützlich, eine Allergeneinschränkung in der Art der Sekundärprävention zu befürworten, insbesondere bei klinischer Daten über eine Verschlimmerung der Asthma-Situation bei Kontakt mit Tieren, Blütenstaub oder Milben.

Ein allgemeingültiger Vorschlag für die Sanierung der Hausstaubmilbe durch verschiedene Eingriffe wie z.B. "Umhüllung" kann auch bei gegen Hausstaubmilben sensiblen Patientinnen nicht gemacht werden, da diese Massnahmen keinen wesentlichen Einfluß auf den Verlauf von Asthma haben ("Grad der Evidenz 1a"). VerlaufskontrollenDie Verlaufskontrollen sollten normalerweise alle drei Monate durchgeführt und der Asthmakontrollgrad aufgezeichnet werden> Tabelle 3 (pdf).

Zusätzlich zur Häufigkeit der Beschwerden sollte auch gefragt werden, ob und welche Ursachen für die Beschwerden bekannt sind und welche Maßnahmen bzw. Therapien es gibt. Das Asthma ihrer Kleinen wird von den Erziehungsberechtigten oft als beherrscht eingestuft, obwohl die Beschwerden oder die physische Widerstandsfähigkeit begrenzt sind, was die Bereitwilligkeit zur Langzeitbehandlung verringert.

Oft ist die Compliance-Bewertung nicht leicht und oft werden keine realistische oder falsche Informationen über die Befolgung der Therapieempfehlung gegeben. Über Umfang und Form der Behandlung sollte immer gemeinsam mit der Gastfamilie entschieden werden. Weil Asthma in der Regel mit einer Entzündung durch Eosinophilie verbunden ist, wird die Aufzeichnung von Atemwegsentzündungen mittels FeNO-Messung immer häufiger erörtert.

Obgleich es nachgewiesen wurde, dass ein erhöhter FeNO-Wert ein gutes Ansprechverhalten auf Steroidtherapien und Verschlimmerungen nach Abbruch oder Reduzierung der Inhalationstherapie voraussagen kann, ist der Vorteil der FeNO-Messung zur Kontrolle der Asthma-Therapie nicht belegt. Ein allgemeingültiger Hinweis für den Routineeinsatz von FeNO-Messungen bei der Behandlung von Asthma bronchiale bei Kindern und Heranwachsenden kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgesprochen werden.

FazitDiese Richtlinie soll die Behandlung von Kindern und Heranwachsenden mit Asthma bronchiale normalisieren oder normieren und allen Betreuern helfen. Den Managementempfehlungen liegt in erster Linie der Gedanke der bestmöglichen Kontrolle von Asthma zugrunde. Bei allen Handlungsempfehlungen zur optimierten Behandlung von Kindern und Heranwachsenden mit Asthma muss klar sein, dass der Krankheitsverlauf kaum beeinflusst werden kann und eine frühzeitige Prophylaxe nicht möglich ist.

Die Verabschiedung dieser Richtlinie wird besonders bedeutsam sein. Zur Sicherstellung der Umsetzung dieses Leitfadens werden die beiden Bausteine "Asthma" und "Asthmatraining" von der österreichischen Kinder- und Jugendmedizinischen Fachgesellschaft, dem Arbeitskreis für Lungenheilkunde und Allergien im Zuge des gerade begonnenen Diplomstudiengangs durchgeführt. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Aspekten dieses Leitfadens bietet das Asthmamodul "Asthma".

Asthma-Training " lehrt den behandelnden Mediziner Wissen und Fähigkeiten, die an das betroffene Baby, junge Menschen und ihre Familien weitergegeben werden können, um das Eigenmanagement der Menschen zu fördern. Um so handlungsrelevanter das Wissen des Kindes oder jungen Menschen mit Asthma ist und je unabhängiger er mit seiner Krankheit umgeht, desto besser wird die Annahme solcher Richtlinien durch den Erkrankten.

Cardinal Schwarzenberg´sches Klinikum, Schwarzach/Pongau; Ernst Ernst Ernst Ernst Éber, Sektion für Kinderpneumologie und Allergene, Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Graz; Prof. Dr. Thomas Fritscher, Universitär-Päd; Uniklinik für Kinder- und Jugendmedizin in Witten; Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. c; Dr. med. Manfred GÖTZ, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit Lungenerkrankungen und Infektionen, Wilheminenspital der Stadt Wien; Dr. med. Dr. med. Elisabeth HOORAK, Klinik für Kinderkardiologie, Lungenheilkunde und Allergien, Uniklinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Universität zu Innsbruck; Korrespondenzadresse:

Professor Dr. med. Dr. Josef Riedler, Cardinal Schwarzenberg´sches Krankenhaus/Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin, Kardinal-Schwarzenbergstraße 2-6, 5620 Schwarzbach; Tel. 064 15/71 01/30 50;

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